Modularisierung und Strukturierung von Maschinenbauprodukten für CPQ und PLM

Modularisierung und Strukturierung von Maschinenbauprodukten für CPQ und PLM

Herausforderung:

Im Zuge mehrerer strategischer Initiativen verfolgt Siempelkamp das Ziel, die Auftragsabwicklung zu verbessern, die Projektierung zu vereinfachen und eine standardisierte Konfiguration kompletter Anlagen zu etablieren. Ein zentrales Element dabei ist die Einführung eines Produktkonfigurators (CPQ) sowie der zugehörigen Prozesse.
Die Datenbasis für dieses Vorhaben war nicht in allen Anlagenbereichen durchgängig verfügbar. Zudem unterscheiden sich Auslegungstools und Prozesse in den verschiedenen Bereichen. Historisch gewachsene Produktstrukturen, unterschiedliche Modularisierungsansätze sowie inkonsistente Stücklisten- und Abhängigkeitsstrukturen in Mechanik und Elektrik führten zu:

  • hoher Varianten- und Optionsvielfalt
  • erhöhtem Pflege- und Konstruktionsaufwand
  • erschwerter Datenübernahme in PLM- und CPQ-Systeme

Ziel war es daher, die Maschinen systematisch zu analysieren, neu zu strukturieren und eine konsistente Modularisierung zu schaffen.

ITQ-Lösung:

ITQ unterstützte Siempelkamp bei der Konzeptionierung und Umsetzung einer einheitlichen Produkt- und Modulstruktur für Mechanik und Elektrik. In einer ersten Projektphase wurden bestehende Unterlagen, Modularisierungen und Strukturen analysiert und darauf aufbauend neue, zukunftsfähige Strukturen entwickelt.
Unsere Umsetzung umfasste unter anderem:

  • Gemeinsame Zieldefinition mit den beteiligten Stakeholdern (u. a. Konstruktion, PLM, CPQ, Kalkulation)
  • Analyse bestehender Unterlagen wie Stücklisten, mechatronische Engineering-Unterlagen sowie die bestehende Strukturierung mittels Typenschlüssel
  • Reduzierung von Varianten und Optionen
  • Entwicklung mechatronischer Funktions- und Systemstrukturen
  • Neustrukturierung von Stücklisten und Produktstrukturen im PLM
  • Dokumentation der definierten Module inklusive Kombinationsmöglichkeiten und Konfigurationsregeln
  • Erstellung einheitlicher Dokumentationsvorlagen
  • Regelmäßiges Reporting und Abstimmung mit den beteiligten Stakeholdern
  • Vorbereitung der Übergabe der Strukturen an den CPQ-Prozess

Ergebnisse & Nutzen

  • Reduzierte Variantenvielfalt: Systematische Bereinigung überflüssiger Optionen und Varianten
  • Konsistente Produktstrukturen: Einheitliche Modularisierung über Mechanik und Elektrik hinweg
  • Grundlage für CPQ: Schaffung belastbarer Daten für die Einführung und Nutzung eines Produktkonfigurators
  • Optimierte PLM-Strukturen: Klar strukturierte Stücklisten und Moduldefinitionen
  • Geringerer Konstruktions- und Pflegeaufwand: Weniger auftragsspezifische Sonderlösungen
  • Kürzere Projektdurchlaufzeiten: Standardisierte Konfiguration und Wiederverwendbarkeit von Modulen

 

Eingesetzte Tools & Technologien

  • Funktions- und Systembeschreibungen
  • Analyse und Neustrukturierung von Varianten und Optionen
  • Dokumentation und Übergabe an PLM und CPQ

FAQ

Eine durchgängige Modularisierung reduziert Komplexität in Produktstrukturen und ermöglicht die Wiederverwendung definierter Baugruppen und Funktionen. Dadurch lassen sich Varianten kontrollierter abbilden, Engineering-Aufwände reduzieren und Konfigurationen systematisch standardisieren. Gleichzeitig entsteht eine belastbare Grundlage für digitale Prozesse wie Produktkonfiguratoren (CPQ), PLM-Systeme und automatisierte Angebotserstellung.

Viele Maschinen- und Anlagenbauer arbeiten mit über Jahre gewachsenen Strukturen, unterschiedlichen Modularisierungskonzepten und bereichsspezifischen Auslegungstools. Dadurch entstehen inkonsistente Stücklisten, redundante Varianten sowie unklare Abhängigkeiten zwischen mechanischen und elektrischen Komponenten. Diese Inkonsistenzen erschweren die Integration in PLM- oder CPQ-Systeme und erhöhen langfristig den Pflege- und Engineering-Aufwand.

Eine mechatronische Funktionsstruktur betrachtet Mechanik, Elektrik und Steuerung als zusammenhängendes System. Funktionen werden dabei unabhängig von konkreten Bauteilen beschrieben und anschließend modular umgesetzt. Diese Struktur erleichtert die Definition von Konfigurationsregeln, ermöglicht konsistente Modulabhängigkeiten und bildet eine stabile Basis für automatisierte Konfigurationen in CPQ- und Engineering-Systemen.

Ein PLM-System dient als zentrale Datenbasis für Produktstrukturen, Module und Stücklisten über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Durch klar definierte Modulstrukturen und standardisierte Stücklisten lassen sich Varianten konsistent verwalten, Änderungen kontrolliert durchführen und Daten zuverlässig an angrenzende Systeme wie CPQ, ERP oder Engineering-Tools übergeben.

Die systematische Analyse und Reduzierung von Varianten führt zu einer deutlich geringeren Komplexität im Produktportfolio. Überflüssige Optionen werden entfernt, wiederverwendbare Module definiert und Konfigurationsregeln klar dokumentiert. Das Ergebnis sind kürzere Projektdurchlaufzeiten, geringerer Engineering-Aufwand sowie eine deutlich effizientere Angebots- und Projektabwicklung.

Firmenlogo Siempelkamp
Die Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH ist ein international tätiger Anbieter von Pressensystemen und kompletten Produktionsanlagen für die Holzwerkstoffindustrie. Das Unternehmen begleitet seine Kunden über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage hinweg – von der Beratung und Planung über Konstruktion und Fertigung bis zur Montage und Inbetriebnahme inklusive aller mechanischen und elektrischen Gewerke.

Weitere Infos unter:

Branche: Maschinenbau

Das könnte Sie auch interessieren:

ITQ Logo
Branche: IoT, Maschinenbau, Robotik

Fwip Ice Demonstrator

Gemeinsam mit Fwip wurde die Portobello-Eismaschine durch Roboterunterstützung und neue Sensorik intelligent erweitert. Der Demonstrator zeigt anschaulich, wie Automatisierung und Kollaboration in der Praxis zusammenwirken.
Ganze Erfolgsgeschichte lesen